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Da
die echte Angst ein ganz natürlicher Prozess ist und uns das Überleben
sichert, sollten wir sie dankbar annehmen und nicht bekämpfen. Die
echte Angst gibt es nur bei unmittelbarer Gefahr, d.h. das Angstgefühl
sagt uns, das gleich etwas passieren könnte, zu vergleichen mit einem
Radarsystem. Angst ist kein zeitloses Gefühl, das lange andauert,
sie ist nicht zu verwechseln mit Beklemmung oder Besorgnis. Die wahre
Angst ist ein Signal der Lebensgefahr, das nur ertönt, wenn unmittelbar
Gefahr droht. Angst gründet sich auf große prognostische Fähigkeiten,
die uns vermitteln, was als nächstes geschehen wird. Wenn es dann
geschieht, hören wir auf es zu fürchten und reagieren, indem
wir es bewältigen oder uns ergeben, oder wir beginnen uns erneut
zu fürchten vor dem nächsten Ergebnis, das wir vorhersehen.
Was immer auch sein mag, während wir es befürchten, geschieht
es nicht. Die echte Angst lähmt nicht, im Gegenteil sie verleiht
uns Kräfte. Die echte Angst ist rein instinktiv und taucht nur bei
wirklicher Bedrohung auf. Alles andere ist künstlich erzeugte Panik.
Gavin de Becker gibt in seinem Buch "Mut zur Angst" folgenden
Ratschlag:
- Wenn Sie Angst empfinden, lauschen Sie aufmerksam Ihrer inneren Stimme.
- Wenn Sie keine Angst verspüren, ängstigen Sie sich nicht
künstlich.
- Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie sich unnötig sorgen oder
ängstigen, finden Sie heraus, warum.
Der Weg für den Sieger im Zweikampf
Mark Twain schrieb: Mache das, wo vor du am meisten Angst hast und du
verlierst sie. Ein guter Weg, aber in unserem Fall leider nicht zu gebrauchen.
Wir können unsere Schüler und uns selbst nicht in lebensbedrohliche
Gefahren bringen, um die Kontrolle über unsere Angst zu verbessern.
Wir benötigen aber einen Königsweg zum Erreichen unseres Zieles.
Nur der Mensch hat die Kraft bewusst zu denken und seine Zukunft gezielt
zu planen und zu gestalten.
Nur er kann sich selbst und damit sein Schicksal beeinflussen.
Hier der Vorschlag: Fangen wir mit dem Allerwichtigsten an. Regelmäßiges,
konzentriertes Wiederholen unseres WingTsun Programms. Sehr hilfreich
dabei sind die neu eingeführten BlitzDefence Programme von Sifu Keith
R. Kernspecht. Höchste Aufmerksamkeit sollten wir den verbalen und
nonverbalen Rollenspielen, wie sie im Straßenkampf üblich sind,
zukommen lassen. Das Erkennen von frühzeitigen Vorkampf-Ritualen,
sowie das Verstehen der fünf Gefahrenfarbcodes, um dann im wichtigen
Augenblick mit höchster Entschlossenheit zu handeln. bzw. um nur
einige wichtige Erkenntnisse zu nennen. Ganz genau nachzulesen ist dies
im neuen BlitzDefence von Sifu (Si Gung). Bekommt Ihr in jeder WT-Schule
oder im Internet unter http://www.blitzdefence.de/
Die Kunst des Krieges
Sunzi schrieb das Buch vor 2500 Jahren in China. Seine Kriegstaktiken
sind grausam aber unantastbar. Wenn man versteht was er meint, so sind
seine Ausführungen sehr hilfreich. Hier ein ganz kleiner Auszug:
Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von
hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst,
doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg den du erringst eine
Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst,
wirst du in jeder Schlacht unterliegen. Wenn wir uns selbst kennen, Selbstvertrauen,
Kampfstärke und unsere Entschlossenheit richtig beurteilen, wenn
wir den Gegner aufgrund seines Auftretens, seine Täuschungen, richtig
und frühzeitig wahrnehmen, seine Körpersprache lesen bevor es
ihm bewusst wird, ihm zuvorkommen, ja dann brauchen wir den Ausgang von
hundert Kämpfen nicht zu fürchten.
Die Kunst des Krieges lehrt uns, nicht darauf zu hoffen, dass der Feind
nicht kommt, sondern darauf zu bauen, dass wir bereit sind, ihn zu empfangen.
Wir können zwar bluffen, müssen aber für den Notfall bereit
sein. Das heißt, unsere Programme beherrschen und daran arbeiten,
um sie zu perfektionieren. Das schafft Selbstbewusstsein! Soldaten in
verzweifelter Lage verlieren jedes Gefühl von Furcht und wenn es
keinen Fluchtweg gibt, bleiben sie standhaft. Wenn sie keine Hilfe erwarten,
werden sie hart kämpfen. Bekämpfe abergläubische Zweifel.
Dann musst du, bis der Tod selbst kommt, kein Unheil mehr fürchten.
In einer fast ausweglosen Lage wachsen wir über uns selbst hinaus.
Ohne Fluchtweg heißt es Siegen oder Untergehen.
"Und Zweifel sind unsere Verräter,
sie lassen uns das Gute verlieren, das wir oft erringen könnten,
weil wir den Versuch fürchten." William Shakespeare
"Eine Investition in Wissen bringt immer
noch die besten Zinsen" Benjamin
Franklin
So wichtig das Wissen für uns Menschen ist, müssen wir uns vom
denkenden zum handelnden Menschen weiterentwickeln. Ich meine damit, dass
Wissen ohne Handeln und Handeln ohne Wissen die Perfektion des Scheiterns
bedeutet. Es gibt Menschen, die sich freuen dürfen, einen IQ von
130 und mehr zu erreichen und doch arbeiten sie für andere, die vielleicht
nur 100 oder weniger haben. Also muss der Faktor Selbstvertrauen in die
eigene Person eine tragende Rolle spielen. Wäre es nicht furchtbar,
an seinen eigenen Fähigkeiten zu zweifeln?
Studien zu Folge treffen erfolgreiche Menschen sehr viele Entscheidungen
und da die meisten Entscheidungen richtig sind, sind sie erfolgreich.
Das wiederum stärkt das Selbstvertrauen in die eigene Person. Also
sollten wir uns bewusst machen, viele Entscheidungen zu treffen, die uns
zum Handeln bewegen! Auf unsere Qualitätssteigerung im WingTsun könnte
das so aussehen, dass wir entscheiden, beim nächsten Unterricht das
Beste zu geben. Morgens eine halbe Stunde früher aufstehen und unsere
Formen verbessern. Einen Wandsack für zu Hause anschaffen. Übungen
noch mal geistig durchlaufen. Bücher der EWTO durchlesen und durcharbeiten,
ebenfalls Videos anschauen. Lehrgänge und Seminare besuchen. Sollten
wir im Unterricht oder auf Seminaren zu früh sein, fangen wir mit
der Form an. Austausch mit anderen WT-Begeisterten suchen. Ich bin der
Überzeugung, dass wir dann unsere Angst im Zweikampf nicht fürchten
müssen.
Muhammad Ali hatte bei vielen Kämpfen Angst. Dies gab er Jahre später
in seiner Biografie zu. Hat Ali jedoch jemals seine Angst gezeigt? Natürlich
nicht! Er hat seine Gegner verhöhnt! Er hat sie der Lächerlichkeit
preisgegeben! Damit erreichte er, dass seine Gegner anfingen, an sich
selbst zu zweifeln - Ali legte ein Selbstvertrauen an den Tag, das unerschütterlich
schien.
Glaube führt zur Tat. Konzentration führt zum Erfolg.
Wiederholung führt zur Meisterschaft.
Zeige niemals Zweifel oder Schwäche! |
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